Werkbund Werkstatt Nürnberg

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Geschichte & Entwicklung der Werkbund Werkstatt Nürnberg

Die Erfolgsgeschichte der WWN wurde durch eine Initiative des Deutschen Werkbundes Bayern e.V. (DWB) begonnen. Die Existenz verdankt sie dem fördernden Zusammenwirken mehrerer Persönlichkeiten und Institutionen sowie günstigen Umständen und viel gutem Willen. So war 1986 bei Gründung der WWN der Nürnberger Kulturreferent Dr. Hermann Glaser zugleich Vorsitzender des Deutschen Werkbundes auf Bundesebene und Hanns Herpich, Professor an der Nürnberger Kunstakademie, Vorsitzender des Bayerischen Werkbundes.

Der Stadt Nürnberg verdankt die WWN durch Bereitstellung kostenloser Räume in zentraler Lage und jährlichem Betriebsmittelzuschuss einen sicheren Arbeitsrahmen. 1988 erhielt sie ein Förderstipendium der Stadt. Die wohl-wollende Aufmerksamkeit der Vertreter des Stadtrats und der Verwaltung sichern die Existenz der WWN und ermutigen die hier Tätigen.

Die ersten Jahre waren mühsam. 1986 wurde der Unterricht der WWN im „KOMM“ mit 11 Studierenden, bei täglichem Wechsel der Materialbereiche Glas, Holz, Metall, Textil und Gestaltung aufgenommen. Eine ABM-Stelle der Stadt, anteilig über das Kunst- und Kulturpädagogische Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ) eingerichtet, war hilfreich. Mit jährlichen Ausstellungen und Beteiligung an vier Symposien des DWB zum Thema Werkstatt wurde die WWN auch außerhalb Nürnbergs bekannt (München, Frankfurt a. M.). Vorträge hielten u.a. Adelheid Gräfin Schönborn (Präsidentin des DWB, München), Rudolf zur Lippe (Universität Oldenburg) und Eva Eyquem (Sorbonne, Paris).

1993 übernahm übergangsweise der Deutsche Werkbund Bayern e.V. als Träger die Kosten für die Stelle der Geschäftsführung, bis von der Stadt Nürnberg eine eigene Haushaltsstelle geschaffen wurde.

Die Künstlerin Gudrun Witsch als Geschäftsführerin trieb mit Unterstützung von Honorarkräften und Ehrenamtlichen die weitere Konsolidierung mit neuem Konzept voran. Zum 10-jährigen Bestehen der Werkstatt gab es die Festveranstaltung Eigenhändig in der Norishalle Nürnberg, bestehend aus einer Werkstattpräsentation und der Ausstellung Welche Dinge braucht der Mensch? (Übernahme vom Deutschen Werkbund Hessen), begleitend dazu eine Vortragsreihe mit den Referenten: Michael Brater (Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung, München) Professor Dr. Gert Selle (Designtheoretiker und Kunstpädagoge, Universität Oldenburg). Reinhard Karl (freier Kultur- und Wirtschaftsjournalist, Hamburg) moderierte zum Abschluss die Podiumsdiskussion mit dem Thema Kultur - Bildung - Arbeit in einer Umbruch- und Krisensituation. Neue Bildungs- und Ausbildungswege. Zukunftsperspektiven. Einführung der Theaterwerkstatt.

1996, nach 10 Jahren entließ der Werkbund Bayern die WWN in die Selbst-ständigkeit. Sie wurde von dem dazu gegründeten Trägerverein Werkbund Werkstatt Nürnberg e.V. übernommen. Diese Rechtsfigur wurde 2002 aus pragmatischen Gründen zugunsten einer gGmbH geändert.

Zum 15-jährigen Bestehen der Werkstatt (2001) wurde ein Vortrag von Dr. Udo Thiedeke mit dem Thema Die Notwendigkeit künstlerisch-ästhetischer Bildung in der Informationsgesellschaft gehalten; im Anschluss: Podiums-diskussion mit Prof. Dr. Hermann Glaser, eine Ausstellung und – wie in allen Jahren – ein Sommerfest im Garten des Künstlerhauses (K4).

Zum 20-jährigen Bestehen präsentierte die WWN 2007 im Deutschherrnkarree die wohl umfassendste Schau von Arbeiten der Schüler und – ein Novum – Werke der Dozenten in einer gemeinsamen Ausstellung. Zu diesem Anlass entstand ein 30-minütiger Dokumentarfilm über die Arbeit der WWN. Dieser Film wurde gefördert durch Soroptimist International Club Nürnberg. Als Neuerung führte die WWN, ab September des gleichen Jahres, das Werkstattsemester als zusätzliches Angebot für ältere Teilnehmer neben dem Werkstattjahr ein.

Seit 2010 finden die Jahresausstellungen in Kooperation mit dem Kunstverein Galerie Kohlenhof e.V. statt. Als erweitertes Informationsangebot wird ab 2011 zweimal im Jahr der Tag der offenen Tür veranstaltet.

Gudrun Witsch, die als Geschäftsführerin über 20 Jahre maßgeblich den Inhalt und das Konzept der WWN prägte, verstarb im April 2011. Ihre Nachfolge als Geschäftsführer trat Norbert Zlöbl an, der zuvor schon mehrere Jahre als Dozent für Holzgestaltung der WWN verbunden war. Assistent wurde Harald Jantschke, zuständig insbesondere für die Öffentlichkeitsarbeit.