Werkbund Werkstatt Nürnberg

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5 Orte – 5 Themen – 5 Vorträge

Bauhaus-Lektüren – Eine Collage aus Künstlerbriefen

mit Adeline Schebesch (Staatstheater Nürnberg) und Prof. Dr. Friedhelm Kröll

Die Geschichte des Bauhauses, ein Kristall der Moderne, bildet sich in ebenso eindrucksvoller wie erhellender Weise im Briefverkehr der Bauhaus-Künstler ab. In den Briefen, etwa von Georg Muche, Paul Klee, Wassily Kandinsky, Tut und Oskar Schlemmer oder Walter Gropius spiegeln sich facettenreich Hoffnungen und Enttäuschungen, Freundschaften und Animositäten, Cliquenbildung und Fehden, vor allem aber auch Ansichten und Einsichten über die Zukunft der Kunst.

Sonntag, 31. März 2019; 11:00 Uhr

Neues Museum Nürnberg - Auditorium
Klarissenplatz
90402 Nürnberg

Eintritt frei

Oskar Schlemmers Triadisches Ballett im historischen Kontext
Von der Bauhaus-Bühne zum Judson Dance Theatre

Vortrag von Dr. Irene Lehmann, Theaterwissenschaftlerin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)

Oskar Schlemmer wird als zentrale Figur der Bauhaus-Bühne betrachtet. Eines seiner faszinierendsten Stücke ist das Triadische Ballett von 1922/1926. Die Bühnenarbeiten der Bauhaus-Bühne sind in ihrer Auseinandersetzung mit menschlichen Körpern, Bewegungen und der Materialität von Kostümen außergewöhnlich, und beeinflussten so die Tanzavantgarde des 20. Jahrhunderts.

Während das Triadische Ballett oft in Hinblick auf die Frage diskutiert wurde, ob es den Maschinenmenschen idealisiere, sollen in diesem Vortrag Parallelen und Fortsetzungen anhand des US-amerikanischen Judson Dance Theatre aufgezeigt werden, dem so bedeutende Künstlerinnen wie Yvonne Rainer, Trisha Brown und Carolee Schneemann angehörten. Trotz des verändernden Kontextes ergeben sich erstaunliche Gemeinsamkeiten sowohl in der Verwendung des Bewegungsmaterials als auch hinsichtlich der Demokratisierung von Kunst.

Donnerstag, 16. Mai 2019; 19:00 Uhr

Filmhaus im KunstKulturQuartier - Kommkino
Königstraße 93
90402 Nürnberg

Begrenzte Platzanzahl
Eintritt: 3,-- Euro

Reservierungen im Filmhaus im KunstKulturQuartier
unter der Telefonnummer 0911 - 231 - 7340

Eva Eyquem – Vermittlerin der Bauhaus-Pädagogik in Nürnberg

Vortrag von Dr. Sabine Richter, Künstlerin und Kunstpädagogin am Lehrstuhl für Kunstpädagogik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)

Jenseits stereotyper Vorstellungen funktionaler Gestaltung, die man mit dem späten Bauhaus in Verbindung bringen mag, verfolgte Johannes Itten in seiner Lehrtätigkeit am Bauhaus in Weimar einen subjektzentrierten pädagogischen Ansatz, der darauf abzielte, rationale wie emotionale Anlagen der Studierenden zur Entfaltung zu bringen. Eva Eyquem, die von 1932 bis 1934 Schülerin an seiner Kunstschule in Berlin war, gelang es, seine Lehre für verschiedene Zielgruppen zugänglich zu machen und zu erneuern. Sie konnte dabei auf eigenen pädagogischen Erfahrungen an der Universität Sorbonne Pantheon Paris aufbauen, wo sie auf dem Gebiet der Kunstwissenschaft und Ästhetik tätig war.
In Nürnberg unterrichtete sie von 1972 bis 1999 in der Kunsthalle, am Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrum der Museen (KPZ), am Bildungszentrum, an der Akademie der Bildenden Künste und am Lehrstuhl Kunstpädagogik der FAU. In den letzten Jahren ihrer Tätigkeit galt ihr besonderes Interesse den Studierenden der Werkbund Werkstatt Nürnberg, wo sie von 1986 bis 1999 Gestaltungsgrundlagen unterrichtete.

Mittwoch, 22. Mai 2019; 18:30 Uhr

Kunstvilla im KunstKulturQuartier
Blumenstraße 17
90402 Nürnberg

Begrenzte Platzanzahl
Eintritt: 3,-- Euro

Reservierungen in der Kunstvilla im KunstKulturQuartier
unter der Telefonnummer 0911 - 231 - 14015

100 Jahre Bauhaus – 100 Jahre Bauen gegen die Wohnungsnot

Vortrag von Dr. phil. Andrej Holm, Sozialwissenschaftler mit den Themenschwer- punkten Stadterneuerung, Gentrifizierung und Wohnungspolitik an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU)

Die Wohnungsbauprojekte des Bauhauses können als Teil der wohnungspolitischen Reformen in der Zeit der Weimarer Republik verstanden werden. Sie verbanden neue Wege des Planens, der architektonischen Gestaltung und des Bauens mit den sozialpolitischen Zielen der Wohnungsreform und den wirtschaftlichen Prinzipien der Gemeinwirtschaft. Ein Rückblick auf die Geschichte von 100 Jahren Bauhaus ist deshalb auch immer ein Blick nach vorn.

Viele Städte standen in den 1920er Jahren vor der Aufgabe, Antworten auf Wohnungsnot, Wohnungselend und Immobilienspekulation zu finden. Neben den Instrumenten der Wohnraumrationierung, -lenkung und -verteilung und strengen mietrechtlichen Eingriffen in den Wohnungsmarkt setzte die Wohnungspolitik der Weimarer Republik auch auf den gemeinnützigen Wohnungsbau.

Die wohnungspolitischen Strategien der 1920er Jahre zielten auf eine Wohnungsversorgung in öffentlicher Verantwortung und die Ablösung der gewinnorientierten Wohnungswirtschaft. Die soziale Wohnungspolitik wurde als fester Bestandteil von allgemeinen gesellschaftlichen Veränderungen angesehen und war sowohl in den Formen (Bauhaus, Neues Bauen) als auch hinsichtlich der maßgeblichen Akteure eng mit den Emanzipationsbestrebungen der Arbeiterbewegung verbunden. Ein Großteil der neuen Wohnungen wurde von gemeinnützigen Wohnungsunternehmen errichtet, die ihre Strategien der Wohnungsbewirtschaftung am sozialen Bedarf und nicht an Gewinninteressen orientierten. Am Bau beteiligt waren die gemeinwirtschaftlichen Bauhütten, die in ihren Hochzeiten alle für den Neubau notwendigen Gewerke abdeckten. Beispiele wie die von Bruno Taut geplante Hufeisensiedlung in Berlin zeigen exemplarisch die Verbindung auf, die das Bauhaus, gemeinwirtschaftliche Bauproduktion und gemeinnützige Wohnbauträger eingegangen sind.

100 Jahre Bauhaus bieten somit nicht nur Anlass zu Erinnerung und Würdigung einer Bauepoche, sondern auch historische Anregungen zur Lösung aktueller Herausforderungen im Bereich der Wohnungsversorgung und Stadtentwicklung.

Freitag, 12. Juli 2019, 20:00 Uhr

Quellkollektiv e.V.
Wandererstr. 89c
90431 Nürnberg

Eintritt: 3,-- Euro

Die Werkbund Werkstatt Nürnberg. Von der Idee zur Verwirklichung – innovative Praxis mit einem Bildungskonzept, das Schule macht!

Vortrag von Georg Graf von Matuschka – Kulturmanager in der Europäischen Metropolregion Nürnberg – mit anschließender Diskussion

Individueller Teamgeist und zukunftsweisende Kulturpolitik haben einem innovativen Werkstattkonzept Raum zur Entfaltung gegeben. In den frühen 1980er Jahren haben leidenschaftliche Werkbund-Mitglieder zusammen mit Vertretern von Kunst- und Kultur- administrationen der Stadt Nürnberg ein Bildungsprojekt auf die Beine gestellt, das bundesweit seinesgleichen sucht.

Matuschka gibt Einblick in die spannenden Diskussionen, die im Vorfeld der Gründung bis hin zu ihrer Umsetzung geführt wurden und beleuchtet die Praxiserfahrungen der ersten Praktikantinnen und Praktikanten.
In diesem Zusammenhang geht Matuschka auch auf das Vorlehre-Konzept des Bauhauses in Weimar und in Dessau ein, das in gewissen Ansätzen Vergleiche zur experimentellen Materialerforschung in der Werkbund-Werkstatt Nürnberg erlaubt.

Donnerstag, 24. Oktober 2019; 19:00 Uhr

Künstlerhaus im KunstKulturQuartier
2. OG, Glasbau
Königstraße 93
90402 Nürnberg

Eintritt 3,-- Euro

Diese Vortragsreihe entstand dank der Kooperationsbereitschaft
des Neuen Museums Nürnberg sowie des Filmhauses, der Kunstvilla
und des Künstlerhauses (jeweils im KunstKulturQuartier), ferner des
Quellkollektivs e.V.

Hierfür möchten wir uns insbesondere bei folgenden
Personen bedanken:

Dr. Eva Kraus, Eva Martin und
Dr. Thomas Heyden (Neues Museum Nürnberg),
Christiane Schleindl (Filmhaus),
Dr. Andrea Dippel (Kunstvilla),
Simone Ruf (Künstlerhaus) und
Christoph Zitzmann (KunstKulturQuartier) sowie
Wally Geyermann für das Quellkollektiv e.V.


Werkstattjahr 2019/2020

Das nächste Werkstattjahr in der Werkbund Werkstatt Nürnberg beginnt am 10. September 2019 und endet am 24. Juli 2020.

 

Werkstattsemester 2019/2020

Das nächste Werkstattsemester in der Werkbund Werkstatt Nürnberg startet am 02. September 2019 und geht bis zum 21. Januar 2020.